Dienstag, 23. Januar 2007

Zur Vorgeschichte.....

Durchgefallen! Na super, ich hatte die Übersetzungsklausur Deutsch-Spanisch, einen Text von Heinrich Böll, nicht bestanden. Wie sollte ich nur jemals richtig Spanisch lernen?
Beim Austeilen der korrigierten Klausuren berichtete die Spanischdozentin von einem Angebot in Buenos Aires ein sechsmonatiges Praktikum in einer Sprachschule zu machen wo man Deutsch- und Englischunterricht geben sollte, und erwähnte im gleichen Atemzug, dass das doch ein tolles Angebot besonders für diejenigen Studenten, die die Klausur nicht bestanden hatten, sei.
Das mach ich! War mein erster Gedanke. Gesagt getan, am Abend saß ich vorm Computer und sah mir die Homepage von dieser Schule, dessen Namen ich hier besser nicht erwähne, an, die das Praktikum anbot. Die Homepage dieser Schule machte einen sehr guten Eindruck, also schrieb ich in dieser Nacht noch eine Mail an besagte Sprachschule um mein Interesse an dem Praktikum zu bekunden.
Dann ging alles ganz schnell, nach einer weiteren E-Mail und nach Zusendung meines Lebenslaufes hatte ich den Praktikumsplatz bekommen und sollte im nächsten Monat August schon nach Argentinien kommen.
Das ging alles so einfach und schnell und die letzten Wochen bis zum Tag der Abreise vergingen wie im Flug und bald schon saß ich im Flieger nach Buenos Aires. Ich hatte schon so lange vorher gedacht, da müsste man mal hin, nach Südamerika!

Am Sonntag den 27.08.06 landete ich um halb acht morgens in Buenos Aires und wurde wie besprochen von einem Mitarbeiter der Schule abgeholt. Der Tag fing gerade an, es gab keine Wolke am Himmel, aber es waren nur drei Grad, schließlich war Winterzeit in Argentinien.
Der Fahrer fuhr mich zu dem Haus, in dem ich nun wohnen sollte. Aber wieso denn Haus, dachte ich, in den E-Mails wurde doch immer von einer Studenten- WG gesprochen. Als ich das Haus betrat stellte sich Carolina, meine zukünftige Vizechefin mir vor, hieß mich kurz willkommen, führte mich durch das Apartment und ging dann nach circa 10 Minuten wieder und wir würden uns am nächsten Tag in der Schule sehen, meinte sie.
Cool, da saß ich nun allein in einem Haus ohne Heizung, irgendwo im drei Grad kalten Buenos Aires und war ganz allein. Ich wusste noch nicht einmal wo genau ich mich in dieser Riesenmetropole befand. (die Schule befand sich in der Provincia de Buenos Aires, in „Ramos Mejía“, einem eher hässlichen kleinen Vorort von Buenos Aires, mit dem Bus eine Stunde entfernt vom Stadtzentrum)Und ich hatte mir so schön vorgestellt in einer Studenten- WG mit jungen Leuten aus aller Welt zusammenzuwohnen, so wie sie es in den E-Mails immer beschrieben hatten. Doch ich war die einzige Praktikantin zu diesem Zeitpunkt.

Mein großes Glück war, das meine ältere Schwester Anna einige Tage vor mir mit ihrem Freund auch nach Buenos Aires gereist war, und ich mich mit den beiden also an diesem ersten Tag treffen konnte. Anna und Thomas haben mich im Haus abgeholt und wir sind zusammen raus gegangen in ein Café. Ich weiß nicht was ich ohne die beiden gemacht hätte, ganz allein und ohne Stadtplan irgendwo in dieser riesigen Stadt.

Am nächsten Tag begann das Praktikum, eine 45 Stundenwoche, mit Arbeitszeiten von 13 oder 14h bis 22 h und samstags von 11- 14 h. Na super, jeden Tag in der Woche bis 22h arbeiten und nur vormittags frei haben? Wie ätzend…dachte ich, und ich wollte doch so gern einen Tango- oder Salsakurs machen, doch nach 22 Uhr konnte man auch in Argentinien keinen Kurs mehr machen.

Außerdem hatte ich mir vorgestellt, mit meinen zukünftigen Schülern bestimmt ein nettes Verhältnis zu haben, sie kennen zu lernen und mich mit ihnen anzufreunden und einen lockeren Unterricht zu machen, wie eigentlich sonst üblich in einer Sprachschule. Ich hättte mich gerne mit einigen der Schülern angefreundet, denn viele waren in meinem Alter und wie hätte ich das Land Argentinien besser kennen lernen können als durch Kontakt mit den Leuten von dort?
Doch direkt am ersten Tag bekam ich eine sechsseitige Hausordnung überreicht, die mir jeglichen Kontakt mit den Schülern außerhalb des Unterrichts verbot. Wie bitte? Ich kannte schließlich keine Seele in diesem fernen Buenos Aires und war zu allem Unglück die ersten zwei Wochen auch die einzige Praktikantin (denn für Mitte September war dann doch noch ein weiterer Praktikant aus Deutschland angekündigt), und dann wurde mir auch noch der Kontakt zu den Schülern verboten? Ich fühlte mich sehr einsam und traurig.


Einige Tage später eröffneten mir die Direktorin Maria und ihre Vertreterin Carolina, dass sie beide im gleichen Haus über mir wohnten und auch einen Schlüssel meines Apartments besaßen, „um hin und wieder nach dem Rechten zu sehen“.
Da überlegte ich schon, ob das überhaupt rechtens ist und wo denn meine Privatsphäre sei. Auch besagte die Hausordnung, dass es nicht erlaubt war ungefragt Gäste in meinem Apartment zu empfangen. Super, anscheinend war ich eher in einem Internierungslager gefangen als einen tollen Auslandsaufenthalt zu haben. Und an diese Regel wie zum Beispiel niemandem im Haus zu empfangen, musste ich mich auch noch halten, schließlich wohnten die beiden mir immer unsympathischer werdenden Frauen über mir und hatten somit totale Kontrolle über das Kommen und Gehen in meinem Apartment. Nicht das ich in den ersten zwei Wochen Leute, die mich hätten besuch können / dürfen, kennen gelernt hätte- schließlich musste ich jeden Tag bis spät abends arbeiten und mit den einzigen Leuten, die ich kennen gelernt hatte, meinen Schülern, durfte ich ja keinen Kontakt haben.
Ich fühlte mich in diesen Tagen sehr allein und war traurig, aber mein Lichtblick war, dass ein zweiter deutscher Praktikant in den nächsten Tagen kommen sollte, Oliver. Dann war es doch nicht total gelogen, dass ich mit anderen Praktikanten zusammen wohnen würde.
Wenn wir erstmal zu zweit sind, wird bestimmt alles besser und ich habe jemanden zum Quatschen und Kochen nach einem langen Arbeitstag, stellte ich mir vor.

Abends wenn ich um 22h Feierabend hatte, musste ich allein zu Fuss nach hause gehen, der Weg dauerte ungefähr 15 Minuten. Das war eigentlich kein Problem, aber zu wissen, dass die beiden Direktorinnen genau fünf Minuten nach mir denselben Weg mit dem Auto fuhren, war schon sehr entwürdigend. Anscheinend war ich nur die dumme kleine Praktikantin, die umsonst arbeiten soll und mehr nicht. Nur an einem Abend, als draußen ein Gewitter mit Regen und Sturm über die Stadt tobte, durfte ich mit ihnen im Auto fahren.

Dann kam Olivers Anreisetag. Er sollte um 17 h, an einem Donnerstag, landen und diesen ersten Tag natürlich erstmal frei haben. Als ich an diesem Donnerstag um halb elf abends nach der Arbeit nach hause kam, verhielt ich mich extra ruhig weil ich dachte, dass Oliver bestimmt müde sei und in dem zweiten, bis dahin noch leer stehenden Zimmer des Apartments schlafen würde. Also öffnete ich leise die Tür zu meinem Schlafzimmer, was ein ebenfalls ein Mehrbettzimmer war, knipste das Licht an und fand einen erschrockenen 30- jährigen Typen in meinem Zimmer. „Sorry, ich wusste nicht, dass du mit in meinem Zimmer schläfst, schließlich ist das Zimmer von nebenan ja noch frei“, stammelte ich.
Das war unser Kennen Lernen, für uns beide war das aber eher lustig und kein Problem, denn er war ein netter und lustiger Kerl. Wir würden bestimmt Spaß haben, stellte ich mir vor. Ich war direkt besser gelaunt und fühlte eine Art Unterstützung durch ihn gegenüber den penetranten Chefinnen.

Am nächsten Tag fragten Oliver und ich, warum wir beide- immerhin Mädchen und Junge- in einem Zimmer schlafen müssten obwohl doch noch eins leer stand, und Oliver zumal eine Erkältung mit lautem Reizhusten mitgebracht hatte.
Auf die Frage, ob wir das andere Zimmer benutzen dürften, bekamen wir als Antwort: „mal sehen“ zu hören.
Doch auch am nächsten Tag gab es keine Antwort von der Chefriege bezüglich des Zimmers und so beschloss Oliver einfach das leer stehende Zimmer zu benutzen.

Das allerdings blieb nicht ohne Folgen, und am Dienstagmorgen, nach nur fünf Tagen seines Praktikums, wurde Oliver mal eben von den Chefinnen gefeuert und auf die Strasse gesetzt. Die Chefinnen hatten ja wie gesagt einen Schlüssel zu unserem Apartment und waren anscheinend irgendwann als Oliver und ich nicht da gewesen waren, dort hineingegangen, um sich wieder mal „umzuschauen“ ob alles in Ordnung sei und haben den Umzug Olivers bemerkt. – Ich war entsetzt von dem Verhalten der beiden Direktorinnen, wie konnten die beiden ihn wegen so einer Kleinigkeit feuern, nachdem er nur 5 Tage vorher aus Deutschland angereist war.. Das kann doch nicht sein, dachte ich, jetzt nehmen sie mir auch noch meinen einzigen „Freund“ in Buenos Aires weg, dachte ich. Oliver und ich hatten uns gut verstanden, sind in den wenigen Tagen abends was trinken gegangen, haben uns ausgelassen über unsere Erlebnisse der anderen Art in dieser Schule. Zu zweit konnte man dieses Gefängnis noch mit Humor nehmen, doch allein war es schon sehr schlimm. Nie vergessen werde ich Oliver`s Sms, die er mir geschickt hatte, nachdem er gefeuert worden war: „Die sind völlig wahnsinnig geworden, ruf mich an, wenn du Zeit hast.“

Obwohl die Direktorin Maria Oliver den Kontakt mit mir verboten hatte, telefonierten Oliver und ich natürlich trotzdem noch und trafen uns am Wochenende. Oliver hatte das große Glück, einen alten Freund in Buenos Aires zu haben, bei dem er unterkommen konnte.

Aber ich war traurig, war wieder ganz allein, musste die langen Stunden in der Schule arbeiten, bis 22h, und kannte keine Menschenseele.

Ein Alptraum, und auch meine anfängliche Schonzeit war bald vorbei und ich bekam nun von voller Breitseite die schlechte Laune und den schlechten Charakter der Direktorin mit. Sie belauschte meinen Unterricht, kam in einer Unterrichtsstunde drei Mal in meine Klasse geplatzt um mich zu recht zu weisen, wie ich den bitte den Unterricht zu halten hätte etc.

Eine Woche später kam Alicia aus Kalifornien. Maria hatte bereits eine Woche vor ihrer Ankunft kein anderes Thema mehr, immer hieß es: „Bald kommt Alicia, meine Freunden aus den USA. Sie wird dann bei dir im Apartment wohnen, Kirsten und ebenfalls in der Schule mitarbeiten.“

Ich dachte mir, eine Freundin von Maria soll in meinem Apartment wohnen? Ich stellte mir unter Alicia eine Frau so um die 30 vor, die natürlich als Freundin von Maria , eine weitere Überwachung meines Privatlebens darstellen würde. Schließlich würden wir zusammen wohnen und Alicia würde Maria wieder einige Details meines Verhaltens erzählen können. Nicht zuletzt stellte ich mir vor, dass ich mit meinen Äußerungen über die Schule gegenüber Alicia auch sehr vorsichtig sein müsste.

Dann kam Alicia, und zu meiner Überraschung hatte sie mein ungefähr Alter, sie war 25 Jahre alt und ich bin 23 Jahre alt. Und ganz entgegen meiner Erwartungen, kamen wir sehr schnell gut miteinander aus, und freundeten uns an. Klar, allein wegen des Alters waren wir beide uns viel ähnlicher als sie und Maria. Schnell wurde mir auch klar, dass, obwohl Alicia eine Freundin von Carolina und Maria war, ich ihr würde vertrauen können. Und so saßen wir bald jeden Abend, nach einem Arbeitstag gemeinsam in der Küche, kochten, tranken argentinischen Rotwein und rauchten verbotener weise innerhalb des Apartments und lästerten über die beiden Verrückten. Alicia kannte Maria und Carolina aus Madrid, wo sie ein Jahr lang bei ihnen als Untermieterin gewohnt hatte. Alicia bestätigte mir dann auch, was ich sowieso schon die ganze Zeit vermutet hatte, dass die beiden ein Pärchen waren…

Also mit Alicia war alles gut, ich war super froh eine Freundin und Vertraute in ihr gefunden zu haben. Doch eines Tages erwähnte sie dummerweise gegenüber den Direktorinnen, dass wir beide zusammen eines Freitag Abends ausgegangen waren.
Sofort wurden die beiden Damen hellhörig, denn das ich mich mit deren Freundin Alicia anfreunden würde, auf den Gedanken waren sie nicht gekommen. Sie wollten von Alicia natürlich genau wissen, worüber wir geredet hatten, denn (Alicia erzählte mir das später) sie hatten meiner Meinung nach große Angst, Alicia könnte mir ihre Homosexualität verraten, obwohl das doch für jeden, nicht völlig weltfremden Menschen, offensichtlich war, immerhin wohnten die zusammen. Und außerdem: who cares??

Na ja, das Resultat war, dass Maria und Carolina mir auch noch diese Freundin wegnahmen. Fast jeden Abend wurde Alicia nun von den beiden zum Essen oder Kino eingeladen, natürlich ohne mich, um zu verhindern, dass wir beide, Alicia und ich zu viel Zeit im gemeinsamen Apartment miteinander verbrachten.

Ich fing an die beiden so zu hassen und wusste nicht wie ich sechs Monate dort aushalten sollte.

Zu meinem großen Glück lernte ich an einem Sonntag meine Retterin Beatriz kennen. Sie, eine circa 50- jährige Argentinierin, und ich lernten uns in den Straßen von Buenos Aires kennen, als wir beide gemeinsam den Weg zur Fería in San Telmo suchten…
Wir unterhielten uns auf der Suche nach dem Weg und ich erzählte ihr, warum ich in Argentinien war und das es mir aufgrund der Verhältnisse an dieser Schule nicht sonderlich gut gefiel.
Dann meinte sie sofort: “Komm wir tauschen Nummern aus, und wenn du irgendein Problem hast, kannst du mich immer anrufen.“
Probleme hatte ich, aber ich traute mich nicht diese fremde, aber dennoch so nette Frau anzurufen. Was sollte ich ihr denn sagen?
Aber zum Glück meldete sie sich von sich aus einige Tage später bei mir und lud mich zu sich nach hause für einen Sonntag zum Mittagessen ein.
Glücklich über diese Gastfreundschaft gegenüber einer fremden Person ging ich zum Mittagessen, wo ich ihre 22- jährige Tochter und ihren 18- jährigen Sohn kennen lernte. Wir aßen zusammen und unterhielten uns, und ich fühlte mich zum ersten Mal in Buenos Aires wohl und es gefiel mir.

Das war der Anfang meiner Erlösung, denn eine Woche später floh ich in einer spektakulären Nacht- und Nebel- Aktion aus meinem Apartment, schrieb einen Abschiedsbrief an Maria indem ich ihr mitteilte, dass ich nicht mehr für sie arbeiten würde und mein Praktikum nun vorzeitig beenden würde.
Noch in derselben Nacht zog ich mit Sack und Pack bei Beatriz ein, wo ich im leer stehenden Zimmer ihrer Tochter, die inzwischen ausgezogen war, wohnen sollte.

So wohnte ich dann zweieinhalb Wochen im wunderschönen Stadtteil Devoto- in der Nachbarschaft Diego Maradonas, und langsam begann ich Argentinien zu mögen. Beatriz verhielt sich wie eine Mutter zu mir, oft saßen wir abends gemeinsam in der Küche und unterhielten uns, so konnte ich viel Spanisch sprechen und lernte viel über die Geschichte Argentiniens und die Sitten und Gebräuche des Landes.


Trotzdem war es oft ein seltsames Gefühl nun ganz ohne Job und Beschäftigung in einem fremden, fernen Land zu sein und nicht zu wissen wie es weitergehen sollte. Schließlich hatte ich schon meinen Rückflug für den 31.03.07 gebucht, für den Tag, an dem eigentlich mein Praktikum zu Ende sein sollte.

Wenn mein Freund Bastian, der mich hier in Argentinien besuchen wollte und mit mir bis Ende März bleiben wollte, nicht schon seinen Flug für Mitte November nach Buenos Aires gebucht und sich ebenfalls an der Uni Köln ein Urlaubssemester genommen hätte, hätte ich garantiert mein Rückflugsdatum geändert und wäre sofort nach Deutschland zurückgekehrt. Aber so wusste ich, dass Basti bald nachkommen würde, wir uns zusammen ein Apartment suchen würden und hier für die nächsten 4 Monate leben würden.

Aber wie das immer so im Leben ist, wenn man denkt es geht gar nicht mehr weiter, öffnet sich irgendwo eine neue Tür und plötzlich hat man wieder eine neue Perspektive. So war es auch bei mir.
An einem Abend in der Opera Bay, einem der schicksten Nachtclubs in Buenos Aires, im modernen Hafenviertel Puerto Madero, kam ich mit einem jungen deutschen Studenten ins Gespräch. Angeheitert durch den ein oder anderen Drink, erzählte ich munter von meinem Pech mit der Praktikumsstelle und dass ich jetzt ganz dringend einen neuen Job bräuchte.

Paul, so hieß dieser Student, meinte, er ginge hier in Buenos Aires in eine Sprachschule, Academia Buenos Aires, und dass der Chef ein Deutscher sei, und dass er ihn in den nächsten Tagen fragen würde, ob er nicht eine kleine Unterstützung für seine Schule bräuchte.

Und kaum zu glauben aber wahr, bekam ich circa drei Wochen später das Angebot bei der Sprachschule Academia Buenos Aires mitzuarbeiten. Ich sollte für den Anfang Englischunterricht an Silvana, die recepcionista, und an Virginia, Fredericos Ehefrau geben, und weiterhin administrative Aufgaben, die mit dem Kontakt zu Deutschland zu tun hatten, erledigen. Ich konnte es kaum glauben, ich hatte einen neuen Job, ich war so glücklich und dankbar!! Und noch dazu einen Job, der zu meinem Lehramtsstudium passte, in einer Sprachschule, in der es Spaß machte zu arbeiten, und man kein sechsseitiges Regelhaft unterschreiben musste.

So, und nun, einige Wochen später, arbeite ich weiterhin gerne in der Academia Buenos Aires und kann als Gegenleistung kostenlos an den Sprachkursen teilnehmen, was natürlich für mein Spanisch ganz super ist. Ich muss sagen, da hab ich echt Glück gehabt, so Chance bekommen zu haben, in dieser Schule mitarbeiten zu dürfen. Die Schule ist ganz zentral gelegen, direkt an der Plaza de Mayo, in einem typischen argentinischen Altbau mit Fresken und antikem Aufzug, und die gesamte Atmosphäre, zwischen den Mitarbeitern und Studenten ist super. Mittlerweile habe ich noch einen weiteren Schüler für meinen Englischunterricht und ich sammele viele wichtige Erfahrungen im Bezug aufs Unterrichten hier.

2 Kommentare:

Christina hat gesagt…

Also, da ich (Berlinerin) gerade Praktikantin dort bin, möchte ich Euch die Neuerungen mitteilen: Ich bekam eine Tour durch das Viertel an meinem ersten Tag. Es gibt eine Heizung in der Wohnung, die Chefin hat mich ausdrücklich aufgefordert, mit einer Deutschschülern abends wegzugehen, da sie einsam sei, Ramos ist gar nicht schlecht, die Bars sind in Laufnähe und ich habe schon viele Leute hier kennengelernt, man fällt eben mehr auf als im Zentrum. Ich wohne mit 3 Mädchen, davon 2 Amerikanerinnen aus YALE, wir verstehen uns super und gehen immer zusammen weg. Mit dem Taxi sind es nachts 25 Minuten in die Stadt in die clubs. Wir arbeiten alle nur noch 35 h und rotieren die Samstage. Man muss nur mit der Chefin reden. Sie kam noch nie in unsere Wohnung. Ich fühle mich wohl in Ramos. Es war von vornherein klar, dass ein Praktikum in der Sprachschule arbeiten bedeutet und nicht Urlaub zu machen. Wir haben eine gute Kommunikation mit der Chefin, sie legt viel Wert auf Meinungsaustausch.

Christina hat gesagt…

ach, noch etwas: Wir gehen als Praktikanten jeden Monat essen mit dem Team inklusive den Chefs Maria und Carolina und sie laden uns auf die Getränke ein. Ich bin seit 3 Monaten hier und Ramos gefällt mir besser als Capital, da man hier wirklich Kontakte zu lugareños knüpfen kann. Ich habe meine Stammkneipe und meinen Zeitungsmann in der calle Cervantes und meine Frau im Photoladen neben EKI. Man fühlt sich wie in einem Dorf und nachts ist es sicher auf den Strassen.