Freitag, 19.01.2007
Morgens hatte ich wieder meinen Spanischkurs in der Academia Buenos Aires, was diesmal besonders interessant war, weil wir über das Land Argentinien und seine Probleme gesprochen haben, und sich daraus eine super interessante Diskussions- bzw. Gesprächsrunde ergeben hat und unsere Lehrerin, die natürlich aus Buenos Aires stammt, uns Insiderwissen über die Bräuche, aber auch Probleme des Landes wie z.B. Armut, Cartoneros etc. geben konnte. Ich finde es wichtig auch etwas über das Land zu erfahren, in dem ich nun schon seit fast 5 Monaten lebe.
Am Nachmittag habe ich dann Englischunterricht an Virginia gegeben, und auch das war wie immer schön, wir haben uns viel unterhalten und mit dem Englischbuch gearbeitet, das ich kürzlich gekauft habe und ich habe deutliche Fortschritte in Ihrem Englisch wahrgenommen. Das freut natürlich das Herz eines jeden Lehrers (oder besser gesagt angehenden Lehrers) und so habe ich mich, positiv gestimmt, auf den Rückweg nach Palermo in unser Apartment begeben.
Draußen waren es mal wieder 31 Grad im Schatten und die Sonne prallte auf die Innenstadt. Wie immer tropfte an allen Hauswänden Kühlwasser von den etlichen Klimaanlagen herunter und natürlich fiel in der Innenstadt streckenweise wieder der Strom aus, so dass die alten Lifte aus dem vorletzten Jahrhundert nicht mehr fuhren, und man sich die Treppen im Dunkeln hochquälen musste, während auch wieder mal die vielen Kunden in den Restaurants im Dunkeln saßen und aßen. Aber man gewöhnt sich dran und kann eigentlich schon drüber lachen.
Ich bin aber doch froh, dass in Palermo, bisher noch keine Stromausfälle waren und ich also in ein von der Klimaanlage schön gekühltes Zimmer zurückkam und mich in Bett fallen ließ um Siesta zu halten.
Der Lebensrhythmus hier in Argentinien ist wirklich ganz anders als in Deutschland. Zwischen 14 und 16.30 h halten die Menschen -zumindest in den Wohngebieten wie Palermo, Recoleta etc- Siesta. In diesen zweieinhalb Stunden sind die Straßen wie leergefegt und man hat sogar eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit um diese Uhrzeit im Supermarkt einkaufen gehen zu können ohne in einer 5 m langen Schlange an der Kasse stehen zu müssen.
So gegen 16.30 / 17 h erwacht die Stadt dann wieder zum Leben und die Menschen strömen in die vielen schönen Cafés, um draußen im Schatten einen Café con Leche oder Jarrito zu trinken und ein kleines Alfajor, (das ist eine Art doppelter Keks aus zwei Kekshälften, die in der Mitte mit Dulce de Leche gefüllt sind)- zu sich zu nehmen. Man kann sogar um 19 h abends noch viele ältere Leute in den Cafés mit ihren Kaffees und Tees sitzen sehen. Wenn ich da an Deutschland und meine Großeltern zurückdenke, die um 19 h schon seit einer Stunde ihr „Abendbrot“ gegessen habe, wird der Unterschied zwischen den Kulturen schon sehr deutlich.
Und hier geht man natürlich auch viel später los, wenn man im Restaurant zu Abend essen möchte. Nicht selten sieht man selbst um 0.00h noch Großfamilien mit den Großeltern ein Restaurant betreten. In Deutschland ist es meinem Opa schon um 19.30 h zu spät um essen zu gehen.
Aber klar, das sind einfach zwei völlig unterschiedliche Kulturkreise und der andere Lebensrhythmus hat was mit den warmen Klima hier zu tun.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen