Nachts im Taxi durch Buenos Aires Mittwoch, 10.01.07
Gestern Abend wurde von der Academia Buenos Aires ein Asado (ein typisch argentinisches Grillfest) organisiert, das im Haus des Besitzers der Schule, Frédérico, stattfand.
Nach typisch argentinischer Manier waren alle Schüler, Lehrer und Mitarbeiter der Schule für 22 h (mit typisch meine ich die Uhrzeit, denn hier isst man immer später zu Abend als zum Beispiel bei uns in Deutschlnd) eingeladen und es war ein super netter Abend.
Fredericos Haus ist super schön, und auf dem Dach gibt es eine riesige Dachterrasse- natürlich mit einem großen Grillplatz, schließlich vergeht für einen Argentinier keine Woche ohne ein Asado- aber das ist bei dem leckeren Steak hier auch verständlich …
Nachdem jeder jeden begrüßt hatte aller konnten wir uns dann an einen reichhaltig gedeckten Tisch setzen. Wie bei jedem argentinischen Asado gab es köstliche Steaks, Churrizos (Würstchen) und zu meinem Entzücken auch ganz viele, bestimmt 7, verschiedene Salate. Dazu natürlich leckeren Rotwein aus Mendoza, Bier und Softdrinks.
Gegen 1 h nachts bin ich dann mit dem Taxi zurück nach Palermo in unser Apartment gefahren. Ganz besonders nachts, wenn ich mit dem Taxi durch Buenos Aires fahre, fällt mir auf wie schön die Stadt ist. Überall gibt es weite Alleen, Parkanlagen, kleine süße Cafés und viele der Wohnhäuser sind alte Patrizierbauten mit hohen Decken, Verzierungen und kleinen französischen Balkonen. Wenn der Taxifahrer dann auch noch zufällig Tangomusik im Radio laufen lässt, fühlt man sich wie im Film und kann sich gut die alten Glanzzeiten Argentiniens vorstellen.
Am Tag bekomme ich jedoch manchmal einen anderen Eindruck von der Stadt, wenn es 35 Grad im Schatten ist, und die Hektik, der Lärm und der Verkehr mit den hupenden Taxis und den alten lauten Dieselbussen Buenos Aires in ein Moloch verwandeln, aus dem man eher fliehen möchte. Wenn kleine Kinder in schmutzigen Kleidern durch die Cafés ziehen und betteln, wenn man zur Rush Hour die Subte nimmt und mit viel zu vielen Menschen auf kleinstem Raum eingesperrt ist und wegen der Menschenmassen zum Verlassen der U-Bahn Station knappe 5 Minuten braucht, dann gibt mir Buenos Aires schon mal einen bedrückenden Eindruck. Aber nachts schließe ich immer wieder meinen Frieden mit der Stadt, wenn der Zauber vergangene Zeiten in der Luft liegt und die Schönheit der Stadt zum Ausdruck kommt.
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