Dienstag, 23. Januar 2007

03.01.2007

Gefühlte 43 Grad in Buenos Aires Mittwoch

Über das letzte Wochenende und somit auch über Silvester waren Basti und ich für drei Tage an die Atlantikküste gefahren, in einen Ferienort namens Villa Gesell. Die Tage dort waren die reinste Erholung vom eher stressigen Stadtleben in Buenos Aires. Dort direkt am Meer gab es zum ersten Mal nach langer Zeit wieder frische Luft und Wind- wir waren begeistert. Und so verbrachten wir unsere Tage am Strand, wohnten in einem kleinen gepflegten Hostel namens „Los Medanos“, das der Lonely Planet empfohlen hatte und genossen die freien Tage. Wir haben viele schöne Dinge unternommen, zum Beispiel einen Ausritt durch die Dünen am Strand, haben abends in den Restaurants Fisch und Tintenfischringe gegessen, sind durch die Straßen geschlendert, im Meer geschwommen und uns natürlich am Strand gesonnt.

Den Silvesterabend verbrachten wir ruhig, weil wir beide total müde vom Tag waren. Wir hatten morgens den oben erwähnten Ausritt durch die Dünen gemacht, waren danach noch den ganzen Tag bis circa halb acht am Strand und waren leider bereits müde als wir um 21.30 h ins Restaurant gingen. Im Restaurant gab es ein dreigängiges Silvestermenü mit Tintenfischringen, natürlich einem argentinischen Steak und einer Eistorte zum Nachtisch und dazu Viel Wein, so dass das nicht gerade förderlich im Hinblick auf unsere Müdigkeit war. Aber natürlich blieben wir noch bis 0.00 h im Restaurant wo wir dann aufs neue Jahr angestoßen haben und gingen dann noch zum Strand herunter, um uns das Feuerwerk anzusehen und zu feiern.

Den nächsten Tag, also Neujahr, schliefen wir erst mal aus und mussten dann in einer kleinen Bar frühstücken gehen, weil wir natürlich das Frühstück im Hostel, dass zwischen 9 und 10 h statt fand, verpasst hatten. Den restlichen Tag verbrachten wir am Strand und packten abends unsere Rucksäcke für die Abreise am nächsten Tag, zurück nach Buenos Aires

Am Dienstag, den 02.01.07 kamen wir abends gegen 21 h wieder am Busbahnhof „Retiro“ in Buenos Aires an, und als wir aus dem Bus ausstiegen (das Bussystem in Argentinien ist wirklich super, moderne Doppeldeckerbusse, in denen man zwischen „semi cama“, also einem Halbbett und „cama total“, also einem quasi richtigen Bett wählen kann, fahren quasi durch das ganze Land und bringen die Heerscharen von Backpackern von einem Punkt zum nächsten) , , traf uns die stickige Luft Buenos Aires wie ein Schlag. Mir wurde in diesem Moment erst klar wie feucht und tropisch doch das Klima in Buenos Aires in den letzten Wochen geworden war. Mir war das vorher gar nicht so extrem aufgefallen, ich hatte mich immer nur gewundert, wieso ich mich oft so müde und kraftlos fühlte. Doch durch die 3 Tage außerhalb von Buenos Aires wurde mir erst noch mal bewusst, wie hoch die Luftfeuchtigkeit in der riesigen Metropole wirklich war. Den genauen Grad der Luftfeuchtigkeit kenn ich zwar nicht, aber vielleicht waren es so um die 82 % Luftfeuchtigkeit- kann das hinkommen?.
In der Zeitung hatte ich auch gelesen, dass der 01.01.07 in Buenos Aires das heißeste Neujahr seit zehn Jahren gewesen sein muss, mit gefühlten 43 Grad – aber wir waren ja ein Glück am Meer gewesen!

In der Zeitung hab ich noch eine krasse Geschichte gelesen, und zwar dass ein Familienvater einen Taxifahrer mit einem Stein erschlagen hatte, nachdem dieser seine Frau und sein kleines Baby angefahren hatte und vor lauter Schreck so panisch rückwärts setzen wollte, dass er vergaß den Rückwärtsgang einzulegen und im Vorwärtsgang losfuhr und schließlich das Baby gänzlich überfuhr, woran es dann starb.
Der Vater, der den Unfall live mit ansehen musste, und also sehen musste wie sein kleines Kind überfahren wurde, rastete daraufhin aus und tötete den Taxifahrer mit einem Stein. Es ist weiterhin ungeklärt, ob vielleicht sogar Nachbarn, die ebenfalls den Unfall vom Fenster aus gesehen hatten, dem Vater den Stein zum Töten gebracht hatten.
Ist das nicht unglaublich? Manchmal glaube ich, dass die Hitze und das Klima zur Zeit mit daran Schuld ist, wenn Leute ausrasten, denn das Wetter erhitzt zuweilen doch schon sehr die Gemüter der portenos.

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